Erfahrungsberichte


Erfahrungsbericht bei den Strolchen

Es ist Anfang Januar. Elias ist gerade sechs Monate, steckt im Ergo und wir sollen eine Krippe suchen! Versierte Eltern versichern, dass unser Säugling zum Beginn des Krippenjahres ein properes Kleinkind sein wird und gar nichts gegen eine Betreuung spricht. Trotzdem, die Kinder bei den Strolchen erscheinen riesig, die Vorstellung, dass unser Baby geordnet am Tisch sitzen wird, um zu essen, absurd. Wir melden trotzdem an. Kurz vor der Eingewöhnung kommen Monika und Birte zu Besuch. Man lernt sich kennen, spürt, die wissen was sie tun. Wir bekommen Arbeitsaufgaben, z.B. ein Fotoalbum und einen Karton für kleine Sachensucher gestalten.

Es geht los. Elias nun gerade eins wird eingewöhnt. Am dritten Tag verabschiede ich mich das erste Mal von meinen Sohn und gehe. Er steht etwas bedröppelt dar. Nach einer Zeit werde ich angerufen. Mit mulmigem Gefühl kehre ich zurück. Bestimmt hasst mich mein Sohn oder er hat die ganze Zeit geweint… Nichts dergleichen: Elias spielt versunken mit der Murmelbahn. Er freut sich, dass ich wiederkomme aber man spürt deutlich, dass er auch gut ohne mich konnte.
Trotzdem war die erste Zeit, vor allem als Elias noch nicht sprechen konnte, nicht einfach für mich. Deswegen freute ich mich immer auf das Elterncafe´ und (bis jetzt eine einmalige Erfahrung) auf die Elternabende. Im Elterncafe` kann man wunderbar beobachten, wie die Kinder spielen. Sie zeigen einem ihre aktuellen „Spielprojekte“, womit und mit wem sie gerade beschäftigt sind. Das bietet einem nicht nur Anregungen für zu Hause sondern auch Anknüpfungspunkte für Gespräche über die Kindergruppe, gerade wenn die Kinder noch nicht von sich aus erzählen. Außerdem lernen die Kinder die Eltern der anderen und die Eltern einander kennen. Bis heute (3 Jahre später) bewegt sich Elias völlig selbstverständlich zwischen den Eltern seiner Kindergruppenfreunde und auch wenn er die meisten fast nie sieht, spürt man, dass er ihnen vertraut. Beim Elternabend war das Highlight immer, wenn der Fernseher angeschmissen wurde. Monika lässt den Kindern viel Raum zum selbständigen Spielen und Entdecken, hält sich bewusst im Hintergrund und beobachtet sie. Manchmal hat sie dann die Videokamera dabei. Und diese Filme gibt es dann beim Elternabend. Gerade bei kleinen Kindern ist das toll. Zu sehen wie selbstversunken die Kinder bauen oder wie sie sich gemeinsam verkleiden und dabei miteinander Regeln aufstellen, verstreut die letzten Unsicherheiten und bestärkt einen in der Entscheidung für die Kindergruppe.

Elias war als Kleinkind nicht einfach. Er war ausnehmend kräftig und sein Verständnis dafür, diese Kraft nicht immer einsetzen zu können war begrenzt. Monika zögert in solchen Momenten nicht die Eltern mit ins Boot zu holen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, solche Probleme in den Griff zu kriegen. Das hat uns und Elias sehr geholfen. Bis heute zehren wir von dem beobachtenden, systemischen Ansatz von Monika, die jedes Kind in seiner Gesamtheit, und dazu gehört natürlich auch seine Rolle in der Familie, betrachtet und versucht auch gemeinsam mit den Eltern einen Rahmen zu schaffen, in dem jedes Kind die Freiheit hat, sich zu entwickeln.

Jenny





Wertvolle Jahre

Unser Juro hat von 2005 bis 2008 drei wertvolle Jahre bei den Stadtteilstrolchen verbracht. Dort hat er sich immer sehr wohl und sicher gefühlt und denkt auch heute noch gerne daran zurück. Juro hat bei den Strolchen auf ganz natürliche Weise wichtige Regeln im sozialen Umgang gelernt und konnte sich dank vieler offener Anregungen sowohl kreativ als auch körperlich ganz wunderbar austoben. Wir sind sicher, daß er durch seine Zeit bei den Strolchen eine große innere Sicherheit entwickelt hat, die ihm nun in der Schule und ganz bestimmt auch für sein weiteres Leben viel Halt gibt.

So waren wir rundum zufrieden und haben auch die Freizeitaktivitäten in der Gruppe - vor allem die alljährliche Ausreise nach Bad Bederkesa mit Schatzsuche und den legendären Grillabenden - sehr genossen.

Ein großes Dankeschön geht an Monika, Birte, Janina und die PraktikantInnen, die sich mit viel Liebe, Konsequenz, Klarheit und Engagement um die Kinder gekümmert haben und für Fragen von uns Eltern immer ein offenes Ohr hatten.





Die Stadtteilstrolche sind großartig!

Unsere beiden Töchter waren insgesamt fünf Jahre bei den Stadtteilstrolchen und auch wenn das inzwischen schon eine Weile zurückliegt, so fühlen wir uns ihnen noch immer in besonderer Weise verbunden!
Die Atmosphäre bei den Strolchen ist herzlich, offen und wertschätzend, Kinder und Eltern fühlen sich gleichermaßen willkommen und angenommen. Die Kinder erleben eine liebevolle und zugleich klare Ansprache. Sie werden umsorgt und bekommen den Raum für das individuell passende Maß an Eigenständigkeit. Die Freude an der Arbeit spürt man bei den Erzieherinnen im Alltag wie auch bei besonderen Projekten. So wurde während des Farbprojekts z.B. gemeinsam grünes Essen eingekauft und grüne Gegenstände im Steintor gesammelt. Rückblickend können wir es selbst kaum glauben – aber wir sind wirklich gerne zu den Elternabenden gegangen und haben uns sogar auf sie gefreut. Manchmal gab es kleine Filme über den Alltag in der Gruppe und von einzelnen Kindern zu sehen – auch hier drückte sich die Begeisterung an ihrer Entwicklung und dem Zusammensein mit ihnen aus.

Das wichtigste für uns war, dass wir nie das Gefühl hatten, unsere Kinder einfach nur „gut untergebracht“ zu haben. Sie hatten eine eigene enge Beziehung zu den Erzieherinnen und die Strolche waren immer auch ein Stück Heimat für uns alle.
Auch ohne (Betreuungs-)Not – wir würden es immer wieder machen!

Tanja und Christian, Emilia und Runa